Konzept

Die Beratungstätigkeit gehört zu den Dienstaufgaben aller Lehrkräfte an jeder Schulform. Beratung an der PMS basiert auf der Kooperation von PMS mit Klinikvertretern, Sorgeberechtigten, (ggf. zukünftiger) Heimatschule, Jugendhilfeeinrichtung und findet gewöhnlich als Schullaufbahnberatung bzw. Förderkonferenz statt.

Inhaltlich geht es dabei  um Austausch und gemeinsame Perspektivplanung für die weitere Schul-, Ausbildungs- oder Berufslaufbahn der Schülerin / des Schülers.

Formal findet die Beratung innerhalb eines strukturierten Rahmens statt. An der PMS, wie an allen Schulen für Kranke,  nimmt Beratung einen erheblichen Raum ein.

Da fast alle tätigen Lehrerinnen und Lehrer examinierte Sonderpädagogen sind, verfügen sie über eine besondere Kompetenz als Beratungslehrer und sind  nahezu täglich als Beratungslehrer tätig.

Ihre Beratungskompetenz  ist die Voraussetzung für eine effektive, strukturierte und professionelle Beratung:

  • empathisches und lösungsorientiertes Gesprächsverhalten
  • Kenntnisse über Bildungswege, Schulabschlüsse und Profile von Schulformen
  • Kenntnisse über lokale/regionale außerschulische Unterstützungssysteme
  • Bereitschaft zur Vernetzung und Kooperation mit Ämtern, Diensten und Schulen
  • Abgrenzung der eigenen Zuständigkeit 

Ziel einer jeden Beratung ist die Unterstützung eines „erfolgversprechenden“ Entwicklungsprozesses bzw. die Entwicklungsförderung des Kindes bzw. des Jugendlichen.

Dabei kann es um die Unterstützung von Sorgeberechtigten in Erziehungsfragen oder von Lehrerinnen und Lehrern an Regelschulen gehen, auch um die Vermittlung von Handlungskompetenz in Konflikt- und Krisensituationen auf Seiten der Schülerinnen und Schülern, aber meistens um Schullaufbahnfragen. 

In Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern, Sorgeberechtigten und/oder Lehrerinnen und Lehrern, mit Vertreterinnen und Vertretern von Ämtern bzw. Diensten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kliniken unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer durch folgende Angebote:

  1. (Individuelle) Beratung in Fragen der Schullaufbahn, des Schullaufbahnwechsels bzw. des Bildungsweges nach einem Klinikaufenthalt.
  2. (Individuelle) Beratung zur Berufsorientierung bzw. studienorientierte Beratung nach einem Klinikaufenthalt (Ende der SEKI/II); Unterstützung der zuständigen Berufs- und Studienberatung; Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit.
  3. (Individuelle) Beratung über Fördermöglichkeiten und sonderpädagogische Fördereinrichtungen; Informationen und Kooperation mit anderen Beratungsdiensten.
  4. (Individuelle) pädagogische Beratung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern (und Lehrerinnen und Lehren) zur Bewältigung von Schulproblemen, Verhaltensauffälligkeiten, Krankheitsbildern  sowie zum Nachteilsausgleich.

 

Rahmen/Struktur einer Beratung

 

1

Einstieg

 

  • Bedingungen klären (Sitzordnung, Teilnehmer, Zeitrahmen, Gesprächsleitung)
  • Atmosphäre schaffen ( Kaffee, Tee, Wasser…)
  • Wertschätzung zeigen (persönliche Begrüßung …)

 

2

Beratungsanlass

 

  • gegenseitige Info über den bisherigen Verlauf (z.B. der Schullaufbahn)
  • Sinn des Gesprächs definieren / Erwartungen der Teilnehmer
  • Sichtweise aller Beteiligten 

 

3

Zielklärung

 

  • Schüler und/oder Eltern stellen ihre Interessen/Möglichkeiten dar
  • (Lehrer)Berater vertritt die pädagogischen, schulischen Interessen
  • Ziele des Gesprächs klären

 

4

Problemlösung / Entscheidungsfindung

 

  • (Lehrer)Berater zeigt neue Sichtweisen (z.B. Schullaufbahn) auf
  • (Lehrer)Berater gibt Orientierungshilfen, regt zu Lösungen an
  • Schritte und Teilziele bestimmen; (Miss-)Erfolgskriterien definieren
  • Erwartungen an Kooperationspartner
  • Handlungsmöglichkeiten der PMS anbieten
  • Weitere Unterstützungsmöglichkeiten benennen
  • Handlungsplanung (Aufgabenverteilung) mit Kurzprotokoll 

 

5

Abschluss

 

  • Zusammenfassung durch Gesprächsleitung
  • Terminierung des Folgegesprächs
  • Aushändigung des Kurzprotokolls an alle Beteiligten
  • Verabschiedung