Paul-Martini-Schule
Schule für Kranke
der Bundesstadt Bonn

Kaiser-Karl-Ring 40a
53111 Bonn
Tel.: +49 (0)228-96779410
Fax: +49(0)228-670396

"Eigenartige Schule"!?

Wer sich über die Schule für Kranke erkundigen möchte, geht am besten ins Internet auf www.schulministerium.nrw.de  (Ministerium für Schule und Weiterbildung). Er findet dort unter „Schulsystem“ alle „Schulformen“ erläutert. Hier heißt es zur Schule für Kranke: „Darüber hinaus gibt es sonderpädagogische Förderung in der Schule für Kranke, dies ist eine Schule eigener Art, in der auch sonderpädagogische Förderung stattfinden kann.“ In einer Informationsbroschüre des Schulministeriums von 2006  heißt es ebenso: „Die Schule für Kranke … ist keine Förderschule, sondern eine Schule eigener Art.“

Unsere Schule ist also eine eigenartige Schule ?! Welche sind dann die Eigenarten der Bonner Schule für Kranke?

5 Eigenarten, die die  Ausgangslage für unsere Unterrichts- und Erziehungsarbeit bilden: 

  • Alle Schülerinnen und Schüler sind Patienten  der LVR-Klinik Bonn oder der Uniklinik Bonn

Sie sind aufgrund einer längerfristigen, vielleicht sogar lebensbedrohlichen Erkrankung, einer Störung, einer Behinderung oder aktuellen Krise in stationärer oder tagesklinischer Behandlung und können deshalb nicht ihre Heimatschule besuchen. 

  • Heterogenität der Schülerschaft

In mehrfachem Sinne ist unsere Schülerschaft heterogen. Krankheit macht vor keiner Schulform oder –stufe halt,  d.h. die Kinder und Jugendlichen kommen aus allen Schulstufen (Primarstufe, Sekundarstufen I und II), somit aus allen Lernstufen (Klassen 1 bis 13) und allen denkbaren Schularten (Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschule sowie Gymnasium und Berufskolleg). Sie sind unterschiedlich „erkrankt“ und haben Bedarf bzgl. unterschiedlichster Förderschwerpunkte und -bereiche (ESE, SQ, L, GE, KME). 

  • Fluktuation der Schülerschaft

An unserer Schule werden pro Schuljahr ca. 750  verschiedene Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das entspricht einer täglichen Schülerzahl von 130 und bedeutet, dass jeder Schulplatz im Schuljahr 5x  neu besetzt wird.Dadurch verändert sich die Zusammensetzung einer Lerngruppe fast täglich. 

  • Kurzfristigkeit des Aufenthalts

„Als Schülerinnen und Schüler der Schule für Kranke gelten schulpflichtige Kinder und Jugendliche, bei denen ein mindestens 4-wöchiger Aufenthalt im Krankenhaus oder in vergleichbaren medizinisch-therapeutischen Einrichtungen zu erwarten ist“ heißt es im Erlass. Die Verweildauern der Kinder und Jugendlichen an unserer Schule sind unterschiedlich lang und hängen von den Therapiezeiten der jeweiligen Klinikabteilungen ab, z.B.:

  1. Bonner Stottertherapie in der LVR-Klinik Bonn = 10 Wochen (Intervalltherapie: 1x 5 Wochen, 1x 3 Wochen, 2x 1 Woche)
  2. Abteilung für Sprach- und Entwicklungsstörungen in der LVR-Klinik Bonn = 6 Monate
  3. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie = 3 bis 6 Monate   

 

  • Aufenthalt als Intermezzo

Für unsere Schülerschaft ist der Besuch der Schule für Kranke nur ein „Besuch aufZeit“. Sie haben eine Heimatschule, die sie anschließend wieder besuchen oder es erfolgt nach dem Klinikaufenthalt eine Veränderung der Schullaufbahn. Auf jeden Fall bleiben sie nicht an der Paul-Martini-Schule. Deshalb sprechen wir vom Intermezzo-Aufenthalt, vom vorüber gehenden Besuch.

Die hier skizzierten 5 Besonderheiten/Eigenarten der Paul-Martini-Schule bilden die Basis für unsere tägliche Arbeit. Welche Konsequenzen sich aus ihnen für Unterricht und Erziehung, für (sonderpädagogische) Förderung, für Beratung und das Schulleben ergeben, findet man an anderer Stelle auf unserer Homepage.